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Am Lohberg

Am Lohberg

In den Stadtbüchern von 1680 wird der stattliche Fachwerkspeicher am Lohberg als "Hinricus Noytes Brauhaus No. I am Lohberg anno 1452" erwähnt.

Nach aufwendiger Sanierung 1995 als "Brauhaus am Lohberg zu Wismar anno 1452" wiedereröffnet, wird hier nun wieder nach alter hanseatischer Tradition köstlicher Gerstensaft gebraut.

Sie können auf drei Etagen typisches Brauhausambiente erleben und die verschiedenen selbstgebrauten Biere kosten. Lassen Sie sich vom Braumeister durch die Brauerei führen und die Brauvorgänge erklären.
Jedes Wochenende sorgen verschiedene Live-Bands und DJs für musikalische Unterhaltung und tolle Stimmung.

Über das Jahr werden sechs verschiedene Biersorten angeboten:
Wismarer Pilsener: feinherbes und vollwürziges norddeutsches Pilsener
Roter Eric: mild und aromatisch, rötliche Färbung durch Einsatz von Spezialmalz, zur Hansezeit besonders in Skandinavien beliebt
Wismarer Mumme: vollmundiges und malzaromatisches Vollbier, "Exportschlager" zur Wismarer Hansezeit
Herbstfestbier: vollmundig, süffig und sehr malzbetont, nur im Herbst erhältlich
Weihnachtsbier: süffig und malzbetont, in der Weihnachtszeit erhältlich
Maibock: sehr kräftig mit ausgeprägter Malzsüße, ab 23. April ( Tag des deutschen Bieres )

Das Brauhaus am Lohberg ist das einzige noch aktive Brauhaus Wismars.
Im 15. Jahrhundert gab es in Wismar über 180 verschiedene Braustätten, die etwa 50 000 Hektoliter köstlichen Gerstensaftes brauten.
Brauer In Wismar durfte jeder Bürger Bier brauen, der ein zum Brauen geeignetes Haus besaß. Die brauberechtigten Bürger vermieteten an den Brautagen ihre Häuser an andere Brauer.

Nach und nach war die ganze Stadt mit Brauhäusern übersät. Die Brauherren, zugleich auch oft Ratsherren, erlangten durch die Bierbrauerei einen immensen Reichtum.
Davon ließen sie die drei großen gotischen Kirchen errichten, die noch heute das Stadtbild Wismars prägen.
Ein kräftig-dunkles, extrem starkes Gebräu namens "Mumme" ließ Wismar weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden. Diese Mumme war mit etwa neun Prozent Alkohol das wohl stärkste Bier der Hanse. Der hohe Alkoholgehalt machte das Bier haltbarer. Damit konnte es die teils wochenlangen Schiffsreisen besser überstehen.

Wismarer Bier war so begehrt, dass es in Lübeck, Danzig und Kiel Einfuhrverbote gab, weil man dort um den Absatz des eigenen Bieres fürchtete.
Verschifft wurde das Wismarer Bier nach Holland, Flandern, Portugal, England und in den skandinavischen Raum.